Bilanzanalyse

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Durch die Reformen in der Rechnungslegung — die IFRS haben bei den Großunternehmen und mittlerweile auch vielen Mittelständlern Einzug gehalten, das HGB wird durch das geplante Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz den IFRS angenähert—wird die Bilanzanalyse immer schwieriger und komplizierter. Es wird immer schwieriger, mit der Bilanzanalyse geeignete Kennzahlen im Rahmen der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse und der finanzwirtschaftlichen Bilanzanalyse zu ermitteln.

Auf der vorliegenden Internetseite werden Sie in Zukunft alle relevanten Informationen zur Bilanzanalyse erhalten. Sie werden Themen zur Bilanzanalyse nach IFRS und zur Bilanzanalyse nach HGB vorfinden. Ebenso werden Sie Themen zur erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse und zur finanzwirtschaftlichen Bilanzanalyse vorfinden.

Auf dieser Internetseite finden Sie ein Glossar mit den verschiedenen Begriffen und Kennzahlen der Bilanzanalyse. Die neuen Begriffe werden jeweils auf der Startseite erläutert und dann auf die jeweilige Unterseite verlegt.

Ebenfalls werden auf dieser Seite nach und nach die Kennzahlen zur Bilanzanalyse erläutert. Die wichtigsten Kennzahlen der Bilanzanalyse werden dabei nach und nach auf der Hauptseite erläutert, die Nebenkennzahlen der Bilanzanalyse auf der Unterseite zu den Kennzahlen.


Zum Start der Seite werden zunächst die grundlegenden Unterschiede zwischen finanzwirtschaftlicher und erfolgswirtschaftlicher Bilanzanalyse dargelegt.

Mit der finanzwirtschaftlichen Analyse sollen Informationen über die Bonität und Liquidität gewonnen werden. Damit soll die Fähigkeit eines Unternehmens eingeschätzt werden, ob es seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Diese Analyse gliedert sich in strukturelle und dynamische Untersuchungen.

Strukturuntersuchungen beziehen sich auf die eigentliche Bilanz. Aktivisch wird die Vermögensbindung auf ihre Liquiditätswirkung untersucht. Als Beispiele für solche Kennzahlen seien genannt die Anlagenintensität, die Investitionsquote oder die Wachstumsquote. Passivisch sollen durch die Zusammensetzung des Kapitals Hinweise auf die Bonität und Liquidität des Unternehmens gegeben werden. Wichtigste Kennzahl in Bezug auf die Art der Finanzierung, insbesondere für Banken, ist hier die Eigenkapitalquote. Um einer isolierten Interpretation von Kennzahlen vorzubeugen werden darüber hinaus die Vermögensseite und die Kapitalseite in Form von weiteren Kennzahlen gegenübergestellt. Es handelt sich meist um Strukturkennzahlen zur Fristenkongruenz, um beurteilen zu können, inwieweit die im Unternehmen investierten Vermögensteile mit Finanzmitteln ähnlicher Laufzeit refinanziert wurden. Diese Überlegungen schlagen sich beispielsweise im Working Capital oder in den goldenen Finanzierungsregeln nieder .

Bei dynamischer Betrachtung basieren finanzwirtschaftliche Analysen auf der Kapitalflussrechnung. Kennzeichnend für darauf aufbauende Kennzahlen ist, dass Bestandsgrößen mit Stromgrößen, meist dem Cashflow, in Beziehung gesetzt werden. Typische Beispiele hierfür sind der dynamische Verschuldungsgrad oder die Nettoinvestitionsdeckung.

Die erfolgswirtschaftliche bildet neben der finanzwirtschaftlichen Analyse den zweiten großen Bereich der Bilanzanalyse. Ziel der erfolgswirtschaftlichen Analyse ist es, Aussagen über die künftigen Erfolgsbeiträge, kurz die Ertragskraft, zu gewinnen. Küting / Weber weisen darauf hin, dass „das Beurteilungskriterium der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse eine unter ökonomischen Gesichtspunkten definierte Erfolgsgröße sein“ muss (Küting / Weber (2004), S. 188). Hierbei stellt der ökonomische Gewinn eine in idealtypischer Form gebildete Erfolgsgröße dar (vgl. Küting / Weber (2004), S. 188). Der ökonomische Gewinn ist kein buchhalterischer Begriff, sondern ein aus der Investitionsrechnung ermittelter zukünftig zu erwartender Einzahlungsüberschuss, der bei Erhaltung des Ertragswertes der Unternehmung ausgeschüttet werden kann (vgl. Coenenberg (2003), S. 581 f.). Mit Hilfe einer vergangenheitsorientierten Handelsbilanz lässt sich allerdings der zukunftsorientierte ökonomische Gewinn nicht ermitteln. Er kann deshalb nur als Richtschnur einer handelsbilanziellen Erfolgsgröße dienen.

Um die Fähigkeit eines Unternehmens einschätzen zu können, in Zukunft Gewinne zu erwirtschaften, wird der handelsrechtliche Jahreserfolg durch Korrekturen und Umbuchungen aufbereitet. Im Rahmen einer strukturellen Erfolgsanalyse wird durch eine Erfolgsspaltung die Zerlegung des Erfolges in seine einzelnen Bestandteile vorgenommen (vgl. Coenenberg (2003), S. 917 ff.). Damit werden die einzelnen Erfolgsquellen getrennt, um genauer analysiert werden zu können. Als wichtigste Kriterien für die Erfolgsspaltung nennen Baetge / Kirsch / Thiele (vgl. Baetge / Kirsch / Thiele (2004), S. 109) die:

· Nachhaltigkeit,

· Betriebszugehörigkeit und

· Periodenbezogenheit

des Unternehmenserfolges.

Die Nachhaltigkeit ist der zentrale Begriff der Bilanzanalyse. Als „nachhaltig“ werden Erfolge angesehen, die „voraussichtlich auch künftig in ähnlicher Höhe auftreten werden“ (Baetge / Kirsch / Thiele (2004), S. 109). Sie werden als ordentlich definiert, während der verbleibende Rest als außerordentlich zu betrachten ist (vgl. Baetge / Kirsch / Thiele (2004), S. 109). Mit der Betriebszugehörigkeit von Erfolgen wird auf die eigentliche betriebliche Tätigkeit abgestellt. Sie ist dadurch charakterisiert, dass ihr Fehlen unmittelbar die gewöhnliche Geschäftstätigkeit beeinträchtigt (vgl. Baetge / Kirsch / Thiele (2004), S. 109). Baetge selbst erwähnt, dass nicht immer eindeutig geklärt werden kann, ob Erfolgsbeiträge betrieblich oder nicht betrieblich sind (vgl. Baetge / Kirsch / Thiele (2004)). Unter der Periodenbezogenheit wird die Zuordnung nur solcher Vorgänge verstanden, die in einer Periode verursacht wurden. Damit sollen periodenübergreifende Erfolgsverlagerungen vermieden werden (vgl. Baetge / Kirsch / Thiele (2004), S. 110). Nicht der Periode zugehörige Vorgänge werden als außerordentlich eingestuft.

Ausgangspunkt der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse ist die GuV. Die Positionen der GuV werden in einem ersten Schritt aufbereitet, um den Unternehmenserfolg auf die einzelnen Bestandteile des Erfolges aufzuspalten. (vgl. Baetge / Kirsch / Thiele (2004), S. 108 f.). Die Ergebnisbestandteile sind jeweils um die außerordentlichen Beträge, also periodenfremde und nicht regelmäßige Erfolgsbeiträge zu korrigieren , die in den jeweiligen Positionen ausgewiesen werden.




Literatur:



Baetge Jörg; Kirsch,Hans-Jürgen; Thiele, Stefan (2004), „ Bilanzanalyse “ 2. Auflage, Düsseldorf

Coenenberg, Adolf G. (2003), „ Jahresabschluß und Jahresabschlußanalyse “, 19. Auflage, Stuttgart

Küting, Karlheinz; Weber, Claus-Peter (2004), „ Die Bilanzanalyse “, 7. Auflage, Stuttgart





Der Autor dieser Seiten, Dr. Padberg, hat zahlreiche Fachbücher zur Bilanzanalyse verfasst. Die wichtigsten sind:

„ Bankbilanzanalyse “, Schäffer-Poeschel Verlag, 2. Auflage, Stuttgart, 2006 (mit Werner)

„ IFRS-Bilanzanalyse “, Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart, 2005 (mit Kriete/Werner)

„Analyse von Genossenschaftsbanken und Sparkassen“, Bankakademie Verlag, Frankfurt am Main, 2005

„ Branchenbezogene Bilanzanalyse “, Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart, 2007

„Segmentpublizität und Analyse der Segmentinformationen von Kreditinstituten“, in: Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung, Heft 2, 2001, S. 71‑80

„Das Segmentergebnis von Elektrizitätsversorgungsunternehmen“, in: Versorgungswirtschaft, 2001 (mit Carsten Padberg)

„Informationsgehalt der Kapitalflussrechnung von Kreditinstituten – Analyse am Beispiel der Commerzbank“, in: BBK, Heft 20, 2001, S. 969-974, Fach 30, S. 1241‑1246

„Eigenkapitalstrukturanalyse der deutschen Großbanken im Vergleich zu internationalen Banken“, in: Finanz Betrieb, Heft 3, 2002, S. 151‑158 (mit Werner)

„Bankbilanzen - Nutzen Sie die Möglichkeiten für eine Konkurrenzanalyse!“, in: Betriebswirtschaftliche Blätter, Heft 10, 2002, S. 484‑486 (mit Werner)

„EBIT eine „neue“ Kennzahl in Jahresabschluss und –analyse“, in Steuern und Bilanzen, Heft 22, 2002, S. 1090-1094 (mit Kriete/Werner)

„Zur Verbreitung und Objektivierung von „Earnings before“-Kennzahlen in Europa“, in: BBK, Heft 11, 2003 (mit Kriete /Werner)

„Eigenkapitalausstattung von Banken im europäischen Vergleich“, in: Sparkasse, Heft 6, 2003, S. 277‑280

„Risiken und Risikoberichterstattung in der Versorgungsindustrie“, in: Versorgungswirtschaft (mit Kriete)

„Markenbewertung im Rahmen der Rechnungslegung“, in: Unternehmensbewertung und Management, 2004 (mit Kriete)

„Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände nach US-GAAP – eine Bestandsaufnahme bei den DAX-Unternehmen“, in: StuB (mit Kriete)

„Gewinn je Aktie und KGV – Aussagegehalt aus bilanzanalytischer Sicht“, in: Unternehmensbewertung und Management, Heft 10, 2004

„Segmentberichterstattung nach DRS 3-20 – Anwendung bei den börsennotierten deutschen Versicherungsunternehmen“, in: Versicherungswirtschaft, Heft 23, 2004 (mit Carsten Padberg)

„Neubewertungsreserven im Sachanlagebestand – Möglichkeiten der Bilanzanalyse“, in: Steuern und Bilanzen

„Goodwill-Bilanzierung der DAX-Unternehmen in 2004“, in: Unternehmensbewertung und Management

„Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen - Möglichkeiten zur Analyse im Rahmen der externen Unternehmensbewertung“, in: Controller Magazin, 2006



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Dr. Thomas Padberg Referent und Autor



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Lais Systeme GmbH
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Maria-von-Haxthausen-Weg 38
33106 Paderborn
Tel. 0151/27007945
E-Mail: tpadberg@trapeza.de






BilMoG

Ab 2009 wird sich mit der HGB-Reform Ihre Handelsbilanz grundlegend ändern: Mit dem BilMoG ziehen die IFRS ins HGB ein!
Das Bundeskabinett hat nunmehr den Gesetzentwurf zum Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) am 21. Mai 2008 beschlossen. Dabei wurde der Referentenentwurf vom 8.11.2007 noch einmal gründlich überarbeitet. Mit dem BilMoG steht die größte Bilanzrechtsreform seit über 20 Jahren bevor. Das neue Gesetz wird die Rechnungslegung Ihres Unternehmens vor neue Herausforderungen stellen.

Ab 2009 halten dann bei allen Kapitalgesellschaften und allen mittleren bis größeren Einzel- und Personengesellschaften die internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) Einzug in deutsches Bilanzrecht.

Kleine Einzelgesellschaften (Umsatz nicht mehr als 500.000 €, Jahresüberschuss nicht mehr als 50.000 €) müssen unter bestimmten Voraussetzungen keinen handelsrechtlichen Jahresabschlusses mehr aufstellen.

Für alle anderen Unternehmen gelten ab 2009 die neuen handelsrechtlichen Vorschriften. Damit kommen auf die meisten Unternehmen tief greifende Änderungen zu.

* Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind in der HGB-Bilanz anzusetzen.
* Finanzinstrumente, die zu Handelszwecken erworben wurden, müssen zum Bilanzstichtag mit dem Zeitwert bewertet werden.
* In die Rückstellungen gehen in Anlehnung an die IFRS zukünftige Preis- und Kostensteigerungen ein. Pensionsrückstellungen werden deutlich steigen (Zuführungen werden gestreckt bis 2023).
* Abschaffung einer Vielzahl von Wahlrechten.
* Aufhebung der umgekehrten Maßgeblichkeit.



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